Segeltraining 1

America’s Cup Yachting


Kiel ist einer von drei Orten auf der Welt, wo „Landratten“ auf echten America’s –Cup- Yachten aktiv mitsegeln können.
Die beiden Schiffe dafür sind Originale und haben Wettkampferfahrung in der „Formel 1“ auf dem Wasser, den America´s-Cup -Rennen. Die Schiffe sind 25 m lang und 4 m breit. Kostenpunkt: Rund 8 Millionen US-Dollar allein für den Rumpf, eine Spe-zialanfertigung aus Carbon, Kevlar und Titanium.

Was sonst den Profis von “Alinghi“ und „BMW-Oracle“ & Co vorbehalten bleibt, kön-nen wir, Peter Mentges, Peter Seelmann-Eggebert und Volker Brügel, am 27.05.07 selbst erleben. Die Crew wird an Deck der „ESP 5“ (Espania) eingewiesen. Nur vier Mann Stammbesatzung gibt es auf jedem Boot. Für die restliche Arbeit werden die Gäste eingespannt. Acht müssen es min-destens sein, sonst lässt sich das Schiff nicht segeln. Der neuen Crew ist schnell klar: Match-Race-Segeln ist keine Kaffeefahrt, sondern ein schweißtreibendes Unterfangen.










"Grinder ready!“ schallt es an Deck. Bevor das Segelabenteuer starten kann, muss das 34 Meter hohe Hauptsegel gesetzt werden. Die acht Grinder und Ihre Muskelkraft sind jetzt gefragt. Lautstark feuert unser Bootsmann seine Männer an den „Kaffeemühlen“ an - und die kurbeln was das Zeug hält. Langsam schiebt sich das Segel jetzt am Mast hoch. Dann knallt es. Der Wind fährt in die 40 000 Euro teure Spezialfolie aus schwarzen und grauen Karbonfasern. 350 Quadratmeter Segel-fläche blähen sich jetzt am Wind. Ge-schafft, doch zum Verschnaufen bleibt keine Zeit.
Denn für das bevorstehende Match-Race gegen die „NZL 39“(New Zealand) muss jeder Handgriff sitzen. Deswegen müssen noch die Manöver geübt werden. Routiniert gibt unser englischer Skipper James seine Befehle. „Ready for tack“, schreit er hinter dem Steuerrad. Jeden Befehl des Skippers gibt der Bootsmann an seine Grinder weiter. „Ready“, brüllt er. Jetzt heißt es wieder kurbeln bis das Kommando „hold“ zum Aufhören kommt.
Der Geschwindigkeitsmesser am Mast zeigt beachtliche 12,5 Knoten. „Match-Race ist wie Schach spielen, jedes Boot versucht durch schnelle Manöver den Gegner in eine schlechte Position zu bringen, ihm „buchstäblich den Wind aus den Segeln nehmen,“ bekommen wir erklärt.
Am Ende der spannenden Rennen gewinnt knapp die „NZL 39“(New Zealand). Nach diesem ereignisreichen Segeltag müssen wir uns leider wieder auf den Rückweg machen, auf dem sich immer noch alles ums Segeln dreht.

Bild und Text: Volker Brügel



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